Wissenswertes LZ13

Wissenswertes LZ13

 

Wissenswertes

 
Löschzug Uedesheim
 
(von Hans-Bert Neuhausen und Markus Brüggen)
 
Die Geschichte des Löschzuges Uedesheim beginnt am 3. April 1909. An diesem Tag, so ist es der Original-Chronik zu entnehmen, traf sich eine Anzahl von Bürgern zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Dachdeckermeister Peter Schiefer wurde der erste Ortsbrandmeister von Uedesheim.


Spenden für die Feuerwehr

Um die notwendigen Einsatzuniformen zu erhalten, spen­deten die Ortsbewohner bei einer Sammlung Geld, ergänzend gab es einen Zuschuss der Gemeinde Norf, welcher Uedesheim damals angehörte. Sogar den Mitgliedern des Löschzuges wurde ein Beitrag abgefordert, um den Bestand der Feuerwehr zu garantieren. Eigeninitiative und hohes Engagement sind die Attribute, die früher wie heute Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren auszeichnen. Als technische Ausrüstung stand zunächst eine Spritze bereit, die per Hand gezogen werden musste. Bei Einsätzen außerhalb der Ortschaft lieh ein Bauer Pferde und Geschirr. In den Folgejahren stellte die Wehr ihr Können, dass sie sich durch zahlreiche Übungen erworben hatte, bei den unterschiedlichsten Einsätzen unter Beweis.


Neuformierung

Nach dem Ersten Weltkrieg formierte sich der Löschzug neu, und es wurde eine Mannschaftsstärke von 32 Mitgliedern erreicht. Guten Kontakt pflegte man zu den Kameraden der Feuerwehr Neuss und der Werkfeuerwehr Henkel. Eine große Gefahr für den Ort und seine Bevölkerung bildete schon immer der Rhein, der bei Hochwasser der Feuerwehr einiges abverlangte. So wurde der Löschzug Uedesheim 1925 Mitglied einer neu gegründeten Hochwasserwehr des Kreises.


Neugliederung

1929 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Neuss, und der Löschzug Uedesheim gehörte fortan dem 3. Löschbezirk der Stadt an. Noch heute spiegelt sich die Zugehörigkeit zur Neusser Feuerwehr in den Zugnummern wider - LZ 10 hauptamtliche Abteilung, LZ 11 Stadtmitte, LZ 12 Grimlinghausen, LZ 13 Uedesheim usw.
1931 erhielt Uedesheim eine Pumpenstation, und eine Wasserleitung durch den Ort wurde gebaut. Die Feuerwehr konnte nunmehr bei Einsätzen das notwendige Wasser den Hydranten entnehmen. Dafür wurde sie mit einer Saug- und Druckspritze ausgerüstet. Der Zweite Weltkrieg forderte auch von der Neusser Feuerwehr, die über zwei Normalzüge und die beiden Halblöschzüge Uedesheim und Grimlinghausen verfügte, viele Opfer. In den Jahren 1921 bis 1925 wurde der Löschzug von Peter Schütz und danach von Wilhelm Teusch geleitet. Seit 1940 stand an der Spitze des Löschzuges Brandmeister Barthel Broich, dem es gelang, nach dem Zweiten Weltkrieg den Fortbestand des Zuges zu garantieren und neue Mitglieder zu gewinnen. Mit der Indienststellung einer Motorspritze im Jahre 1952 starteten auch in Uedesheim die "modernen Zeiten". Vier Jahre später, am
17. November 1956, wurde das neue Gerätehaus an der Rheinfährstraße eingeweiht, und ein Jahr später erhielt der Löschzug sein erstes Motor­fahrzeug, ein LF8 der Marke Opel Blitz.
In den Folgejahren wurde unter den Ortsbrandmeistern Josef Lehnen, Hermann-Josef Glasmacher und Rudolf Hoschek der Löschzug weiter erfolgreich aufgebaut.
 
Mannschaftsstruktur
Heute besteht der von Hans-Bert Neuhausen geführte Löschzug Uedesheim aus 32 Männern und Frauen, genauer gesagt sind es sechs Frauen. Was zu Gründerzeiten im Jahre 1909 niemals möglich gewesen wäre, ist heute selbstverständlich: Frauen in der Feuerwehr. Eines ist klar, sie absolvieren ihren Dienst ebenso tadellos wie die männlichen Kameraden und haben sich längst etabliert. Dazu kommen noch fünf Kameraden der Ehrenabteilung.
Überhaupt macht eine gesunde Mischung den guten Teamgeist in Uedesheim aus. Wir haben eine Altersstruktur von 18 bis 56 Jahren und Mitglieder aus allen Berufsgruppen: Elektromeister, Facharbeiter, Geschäftsführer, Schüler, Elektroingenieur, Polizistin, Berufsfeuerwehrleute, Medizinstudenten, Schlosser, Bürokaufmann, Rettungsassistent, Elektrikergeselle, Gärtnermeister, Bürokauffrau, Verkäufer oder Altenpflegerin, also ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Alle stehen gemeinsam für eine Sache mit nunmehr 97-jähriger Geschichte: „Freiwillige Feuerwehr in Uedesheim".

Soziales Engagement
Trotz eines Durchschnittsalters von 27 Jahren spielt die Tradition eine Rolle. Nicht nur die originäre Aufgabe Feuerwehr, die an sich schon eine bedeutsame Vorgeschichte hat, spiegelt dieses Bewusstsein wider, sondern auch die Tatsache, dass der Löschzug zu vielen Gelegenheiten die Uedesheimer Bürger und deren Vereine unterstützt. So wird zum l. Mai der Maibaum am Rheinufer gesetzt. Zu St. Martin sorgt die Feuerwehr für den reibungslosen Ablauf des Martinszuges, der Mantelteilung und des Abbrennens des Martinsfeuers. Und natürlich helfen wir gerne auch zum Schützenfest. Es werden die Fackeln der Schützen gelöscht und für die Sicherheit der Umzüge während der Festtage gesorgt. Diese Aufgabe übernehmen die beiden ersten Außenzüge der Feuerwehr Neuss, Grimlinghausen und Uedesheim, schon seit vielen Jahren auch beim Neusser Schützenfest.
Die Feuerwehr unterstützt diese Dinge gern, wenngleich - und dies wird fälschlicherweise oft in der Öffentlichkeit so dargestellt - sie selbst kein Verein ist. Die Aufgabe ist klar gesetzlich definiert: Die Feuerwehr soll Schadenfeuer bekämpfen sowie bei solchen Unglücksfällen und öffentlichen Notständen Hilfe leisten, die durch Naturereignisse, Explosionen und ähnliche Vorkommnisse verursacht werden. Um diesen umfassenden Pflichten einer Feuerwehr gerecht werden zu können, ist eine ganze Menge dienstlicher Arbeit notwendig.


Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen

Alle zwei Wochen trifft sich die Mannschaft zum Übungs­dienst. Nach zuvor festgelegten Plänen werden zum Beispiel Einsatzübungen durchgeführt. Dann wird das trainiert, was in theoretischen Unterrichten oder durch ständige Routinetrainings geübt wurde. Die Räume der Übungsobjekte werden mit Nebelmaschinen vernebelt, Atemschutzgeräte angelegt und Schläuche bis zum „Brand" verlegt. Auch Großübungen werden regelmäßig mit anderen Löschzügen, Sondereinsatzgruppen und Hilfsorganisationen durchgeführt.

Diese praxisbezogene Art der Ausbildung ist ein Garant für eine erfolgreiche Feuerwehrarbeit und fördert den Zusammenhalt des Löschzuges sehr. Neben der Ausbildung innerhalb des Löschzuges absolvieren die Frauen und Männer auch externe Lehrgänge. Sei es am Institut der Feuerwehr in Münster, zur Ausbildung der Führungskräfte, oder auf den Feuerwachen der Städte im Rhein-Kreis Neuss, wo die Grund- und Spezialausbildung der Feuerwehrleute stattfindet. Die Kameradinnen und Kameraden stellen sich gerne den Anforderungen dieser Lehrgänge und bringen neues Wissen mit in ihre Einheit zurück.
Zur Pflege der Fahrzeuge, Geräte, Ausrüstung und des Feuerwehrhauses trifft sich die Gemeinschaft ebenfalls alle zwei Wochen. In Sachen Pflege wartet viel Arbeit auf den Löschzug. Doch diese Aufgabe treten alle Mitglieder gerne an.
 
Neue Mitglieder/Mitgliedergewinnung
Eine wichtige Aufgabe ist auch das Anwerben neuer Mitglieder. Die vielen Arbeiten, die zu bewältigen sind und die Bedeutung der freiwilligen Mitglieder für die Feuerwehr Neuss machen es nötig, dass immer motivierte und tatkräftige Mitglieder bereit sind. So blickt der Löschzug Uedesheim positiv der Zukunft entgegen. Das neue Feuerwehrhaus ist fertig und neue Einsatzfahrzeuge haben die bis zu dreißig Jahre alten bisherigen Fahrzeuge ersetzt.

Das alles, um eine Tradition fortzuführen, die auch in Zeiten von „Plug and Play", Rezession und allgemeinem Werteverlust einen festen Bestandteil für den ehrenamtlichen Dienst am Nächsten bildet.